Was bringt ein Freelancer einem Unternehmen?

Ich habe mich mal mit der Frage beschäftigt, warum viele Unternehmen lieber festes Personal einstellen, als auf Freelancer zurück zu greifen. Hierzu habe ich mit mehreren kleinen und mittelständischen Geschäftsführern gesprochen, die mir einen tollen Einblick in Ihr Business Leben geben konnten, wurde aber auch mit vielen Vorurteilen konfrontiert. 

Aber zuerst rollen wir das Thema mal von einer anderen Seite auf. 

Warum wollen Leute als Freelancer arbeiten?

Ein Freelancer ist in erster Linie selbstständig. Das bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. 

 

Als Freelancer muss man ein Allround Talent sein; man ist Buchhaltungsfee, Akquisespezialist, Marketingexperte und dann auch noch gut in dem was man eigentlich seinen Kunden anbietet. Warum will man sich das antun? Ist es nicht einfacher Montags bis Freitags von 8 bis 18 Uhr an seinen Arbeitsplatz zu gehen, ein festes und sicheres Gehalt zu bekommen und seine 24 Urlaubstage in der Sonne am Pool zu verbringen? 

 

Na ja, niemand wird selbstständig weil es einfach ist. Natürlich ist es eine Herausforderung, und viele nehmen diese Herausforderung gerne an, denn mit dem Job im Büro kommen auch oft unbezahlte Überstunden, unbefristete Verträge und unflexible Freizeitgestaltung mit sich. 

Die freie Kundenwahl, das flexible Arbeiten und das potentiell höhere Gehalt im Vergleich zum Angestelltenverhältnis sind wichtige Faktoren in der Entscheidung ein Freelancer zu werden. 

 

Dennoch gibt es viele Vorurteile und Bedenken von Seiten der Arbeitgeber einen Freelancer für Projekte zu buchen. 

In meinen Gesprächen mit diversen Unternehmern kamen viele dieser Bedenken zum Vorschein, und vielleicht sind auch einige berechtigt weil Unternehmer schon eben diese Erfahrungen gemacht haben. 

Die größten Vorurteile zu Freelancern

In Deutschland tun sich viele Unternehmen schwer, von den klassischen Angestellten Verhältnissen umzudenken und setzen lieber auf Festangestellte und Zeitarbeit Verträge statt einen Freelancer zu buchen. Neben einigen, die schon einmal Erfahrungen mit Freelancern gemacht haben, denken aber auch viele Unternehmen gar nicht an die Möglichkeit einen freien Mitarbeiter für ein Projekt einzustellen. 

Was sind die größten Vorurteile, die ein Freelancer überwinden muss, wenn er als solcher ein Unternehmen unterstützen möchte? 

Freelancer sind unzuverlässig, weil sie nicht vor Ort sind. 

Das höre ich ganz oft! Ein Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter vor Ort hat, kann diese auch am besten supervisen und kontrollieren. Als Unternehmer hat man Sorge, dass die Arbeit vom Freelancer nicht rechtzeitig fertig gestellt wird, weil dieser mehrere Kunden betreut und deshalb schlechter kontrollierbar ist als ein Angestellter vor Ort. 

 

Jeder Freelancer hat natürlich seinen eigenen Arbeitsrythmus, und kann sich seine Arbeitszeit frei einteilen - natürlich besteht zum Kunden immer eine Bringschuld innerhalb der gesetzten Deadlines. Aber im Gegensatz zu unzuverlässigen Angestellten ist ein Freelancer umso mehr auf die erfolgreiche Durchführung eines Projektes angewiesen, denn davon leben wir. 

Freelancer sind viel zu teuer!

Jeder Freelancer hat mindestens einmal in seiner Laufbahn schon einmal in ein überraschtes Gesicht geschaut, wenn man seinen Preis genannt hat. "Ich hätte jetzt an einen Stundensatz von 20€ gedacht" hatte ich einmal als Antwort bekommen. 

Laut Statistik liegt der Stundenpreis eines Freelancers bei 70€ - 110€, da kommt bei einer 30 Stunden Woche schon ordentlich was zusammen - sollte man meinen! 

ABER - liebe Unternehmer, bedenkt bitte, dass ein Freelancer von dem Stundensatz auch die Umsatzsteuer, Krankenversicherung, Rentenversicherung und andere Steuern zahlen muss - zudem müssen auch noch Rücklagen geschaffen werden für Zeiten in denen weniger Aufträge vorhanden sind. 

 

Ich brauche keinen Freelancer, das kann auch ein Angestellter mal eben übernehmen.

Natürlich kann ein Angestellter sein Aufgabenfeld erweitern - dem spricht nichts entgegen. Aber mal ehrlich, wollen Unternehmer wirklich eine ganze Arbeitskraft dafür nutzen, sich in ein Thema einzuarbeiten und dann die ersten, unsicheren Schritte direkt auf einem Projekt zu machen? 

 

Die große Mehrheit an Freelancern sind Experten in dem was sie tun. Sie müssen sich nicht erst in ein komplexes Thema oder komplizierte Sachverhalte einarbeiten, weil sie damit täglich zu tun haben. Viele Freelancer können auch Zertifikate, Schulungen oder ähnliches nachweisen, das die Expertise in diesem Bereich bestätigt. 

Bevor also ein Angestellter auf ein Thema gesetzt wird, in das er sich erst einarbeiten muss, macht es doch Sinn, direkt einen Experten einzusetzen. 

Ein PROJEKT BASIERTER Freelancer ist eine sinnvolle Investition.

Natürlich kann man immer Gründe finden, warum man für sich keinen Freelancer anstellen möchte. 

Fakt ist aber, dass gerade bei kurzfristigen Projekten, Fachkräftemangel oder Arbeitsüberschuss ein kompetenter und zuverlässiger Freelancer eine sinnvolle und wichtige Unterstützung für ein Unternehmen sein kann. Man muss einen Experten nicht lange einarbeiten und kann bei Bedarf auch nur für bestimmte Projekte an den freien Mitarbeiter vergeben. 

 

Mein Tipp an alle Unternehmer: 

Lernt den Freelancer persönlich kennen, lasst euch erzählen wie dieser arbeitet und entscheidet, ob diese Arbeitsweise zu euch passt. Es gibt gute aber auch schlechte Freelancer auf dem Markt, nicht viel anders wie bei normalen Arbeitnehmern. 

Setzt einen konkreten Vertrag auf, der für beide Seiten annehmbar ist und lasst euch überraschen, wie viel Mehrwert euch ein Freelancer bringt.